NEWS FOR CROATIANS LIVING ABROAD

18.10.2018
tekst
tekst

Kolumne

GOJKO BORIĆ Kroatiens Weg von Europa nach Europa (1. Teil)

Foto: Bogdan Giuşcă / Wikimedia commons

Kroatien wurde vor fünf Jahren Mitglied der Europäischen Union.

Br. pregleda: 1080

Foto: Bogdan Giuşcă / Wikimedia commons

Von Gojko Borić

Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien Mitglied der Europäischen Union, der richtige Zeitpunkt noch einmal daran zu erinnern, dass dieses Land und seine Bewohner bereits seit dem siebten Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts – genauer, bis 1918 – staatsrechtlich zum mitteleuropäischen und mediterranen Zivilisations- und Kulturkreis gehörte. Allerdings war es mit seiner Stellung als eigenständige Nation nicht immer zufrieden, insbesondere nicht als Teil größerer Staatsgebilde. Der spätere Eintritt in einen südslawischen Staat, sowohl den königlicher als auch den kommunistischer Prägung, vergrößerte diese Unzufriedenheit.

Österreich-ungarisches Wappen

Alle Versuche, die Österreichisch-Ungarische Monarchie im Sinne des Trialismus, also der Umwandlung in einen deutschen, einen ungarischen und einen slawischen Teil, zu reformieren, scheiterten an der Ablehnung durch Ungarn, das seine beherrschende Stellung in den slawischen Ländern nicht verlieren wollte. Sowohl die kroatischen Politiker als auch viele Intellektuelle glaubten, sich mit den Serben leichter verständigen zu können als mit den vermeintlich 'fremden' Ungarn und Österreichern. Das erwies sich als Illusion. Belgrad hielt in seiner Politik zwei Lösungen der südslawischen Frage bereit: eine großserbische und eine gesamtjugoslawische. Das großserbische Projekt sah zunächst den Zusammenschluss aller so genannten 'serbischen Länder' vor. Dazu gehörten Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Teile Kroatiens (Süddalmatien und Slawonien).

Das Schicksal der übrigen Teile Kroatiens interessierte Belgrad nicht. Gegen derartige Aussichten liefen die kroatischen Exilpolitiker Sturm. Am Ende des Ersten Weltkriegs siegte schließlich doch die jugoslawische Gesamtlösung. Nach dem Versailler-Vertrag verloren die Kroaten das überwiegend von ihnen bewohnte Istrien, die Hafenstadt Rijeka, die dalmatinische Hauptstadt Zadar sowie drei Adriainseln an Italien. Ohne Zustimmung des kroatischen Parlaments und ohne Volksabstimmung wurde unter der Dynastie Karađorđević das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet. Das erste Jugoslawien wurde ein zentralistischer Staat unter serbischer Vorherrschaft. Im gemeinsamen Parlament kam es zu schwerwiegenden serbisch-kroatischen Auseinandersetzungen. Nach der administrativen Teilung des Landes erhielten die Kroaten nur zwei von neun Banschaften, eine ging an Slowenien und sechs beherrschten unrechtmäßig die Serben. Sämtliche Gesetze wurden gegen den Willen der stärksten kroatischen Partei, der Bauernpartei, durchgesetzt.

Wirtschaftlich wurden die Kroaten ausgebeutet. Die einstige südslawische Geldmetropole Zagreb verlor diese Position zugunsten Belgrads. In der Armee und Staatsverwaltung spielten die Kroaten eine untergeordnete Rolle. Erst da wurde offensichtlich, dass die Kroaten unter den Habsburgern mehr Rechte besaßen als in dem 'erträumten' Jugoslawien. 


Wappen des Königreichs Jugoslawien

Ein serbischer Abgeordneter tötete 1928 im jugoslawischen Parlament den Führer der Kroatischen Bauernpartei, Stjepan Radić und drei weitere Abgeordnete. 1929 proklamierte König Aleksandar eine Diktatur; das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen wurde in Königreich Jugoslawien umbenannt. Alle Parteien wurden verboten einschließlich aller nationalen Symbole, wie Fahnen und Wappen, mit Ausnahme der serbischen, die zugleich Symbole der Serbisch-orthodoxen Kirche waren. Jugoslawien wurde in einen 'Einheitsstaat' verwandelt unter dem Motto: 'Ein Volk, ein Staat, ein König' (und das ein Jahrzehnt vor Hitlers ähnlicher Parole). Der Führer der kroatischen Nationalisten, Dr. Ante Pavelić, floh ins Ausland und gründete die 'Kroatische Revolutionäre Bewegung – die Ustascha' (Ustascha bedeutet 'Aufständische'), die als Mittel zur Befreiung des Landes auch Gewalt befürworteten.

Die kroatische nationale Frage im Königreich Jugoslawien

Angesicht der 'deutschen Gefahr' durch den 'Anschluss' Österreichs verständigten sich die kroatischen und serbischen Politiker auf die Gründung einer autonomen 'Banschaft Kroatien', zu der die kroatischen Länder sowie Teile Bosnien-Herzegowinas gehörten. Diese Entscheidung kam jedoch zu spät. Eigentlich wollte Hitler-Deutschland Jugoslawien nicht angreifen, da es dem deutschen ‘Drang nach Osten’ nicht im Wege stand. Belgrad hatte sich sogar dem 'Dreimächte-Pakt' angeschlossen. Kurze Zeit darauf putschten serbische Offiziere mit Hilfe britischer Geheimagenten und stürzten die damalige jugoslawische Regierung.

Deutschland griff Jugoslawien an und besiegte seine Armee in etwa zwei Wochen. Keiner der Betroffenen wollte für Jugoslawien kämpfen. Die Achsenmächte teilten Jugoslawien auf: Slowenien wurde zu Teilen jeweils von Deutschland und Italien einverleibt, Mazedonien ging an Bulgarien, Montenegro erhielt einen halbautonomen Status, das Kosovo wurde ein Teil Großalbaniens, Ungarn beanspruchte die Vojvodina für sich, und Serbien schließlich wurde unter deutsche Verwaltung gestellt. Kroatien und Bosnien-Herzegowina wurden vereint in einem damals so genannten Unabhängigen Staat Kroatien unter Führung der nationalistischen 'Ustascha-Bewegung' mit Ante Pavelić als Staatsoberhaupt.

Wappen des Unabhängigen Staates Kroatien

 Große Teile der Kroaten begrüßten diese Eigenstaatlichkeit zunächst, wurden aber schon bald bitter enttäuscht. Angesichts vieler italienischer Niederlagen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wollte Mussolini zumindest einen 'Sieg' für sich verbuchen und verlangte von Ante Pavelić mehr als die Hälfte Dalmatiens einschließlich fast aller Adria-Inseln. Mit Erfolg. Dazu ist eine Bemerkung des damaligen italienischen Königs Victor Emmanuel II. überliefert, der zu Mussolini sagte: 'Sie haben Dalmatien bekommen, aber Kroatien verloren.'

Aufstände gegen Deutsche, Italiener und ihre einheimischen Verbündeten

Durch diese Amputation begann die Erosion des Pavelić-Regimes. Die Ustascha-Bewegung ließ keinerlei Konzepte erkennen, was mit der großen serbischen Minderheit geschehen sollte. (Fast jeder vierte Einwohner des damaligen Kroatien war Serbe.) Schon bald versteckten sich serbische Aufständische in Wäldern, aus denen sie den kroatischen Staat bekämpften. Die Ustascha reagierten darauf mit brutaler Gewalt. Die Kommunisten verharrten in Wartestellung. Erst als Hitler die Sowjetunion angriff, riefen die jugoslawischen Kommunisten zum Aufstand auf. Im damaligen Kroatien entbrannte ein vielschichtiger Alle-gegen-Alle-Krieg.

Die Ustascha verfolgten eine von Deutschland 'inspirierte' Politik der erbarmungslosen Bekämpfung der Juden, Roma, Serben und antifaschistischer Kroaten. Im Lager Jasenovac kamen dabei Tausende Menschen ums Leben. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Es gibt Anzeichen dafür, dass dieses Lager nach dem Zweiten Weltkrieg auch von den Kommunisten für die Inhaftierung ihrer Gegner genutzt wurde.

Die Kommunisten entwickelten eine raffinierte Propaganda: Sie gaben ihrem Kampf einen antifaschistischen Anstrich und hielten ihre Ziele nach einer Machtübernahme geheim. Stattdessen feierten sie den Panslawismus und entfachten eine antideutsche und antiitalienische Pogromstimmung. Anfangs wurde die Partisanenbewegung in Kroatien stark von Serben bestimmt, doch bereits von 1942 an stießen immer mehr Kroaten zu den antifaschistischen Kämpfern. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 war allen klar, dass Hitlers Deutschland den Krieg verlieren würde.

Der Sieg der Kommunisten in Kroatien und Jugoslawien

Bald erfreute Tito sich auch der britischen Unterstützung, nachdem Ministerpräsident Churchill offen seine Meinung kundtat, er werde in Jugoslawien diejenige Bewegung unterstützen, welche die ‘meisten Deutschen umbringt’. Und das waren die Partisanen Titos und nicht die serbischen Tschetniks. Diese machten größtenteils mit den Italienern und Deutschen gemeinsame Sache. Am Ende des Krieges blieben die Partisanen die konkurrenzlosen Sieger. Es setzte eine allgemeine Flucht all derjenigen ein, die mit Deutschland zusammenarbeiteten. Etwa eine halbe Million Volksdeutscher flüchtete oder wurde vertrieben, viele wurden ermordet. Die kroatischen, serbischen und slowenischen Nationalisten, darunter viele Zivilisten, Frauen und Kinder, suchten Schutz in Österreich und wurden im Mai 1945 von den Briten an die Armee Titos ausgeliefert. Vom österreichischen Bleiburg bis tief ins Innere Jugoslawiens wurden auf diesem so genannten Kreuzweg etwa 80 bis 100 Tausend Menschen von den Partisanen ermordet. Dieses Verbrechen des jugoslawischen Antifaschismus kommunistischer Prägung ist bis heute ungesühnt geblieben. 

Wappen der Sozialistischen Republik Kroatien

Das kommunistische Jugoslawien als sowjetischer Satellit

Ihr wahres Gesicht zeigten die jugoslawischen Kommunisten erst zu Beginn des Friedens, als Jugoslawien zu einer Art Mini-Sowjetunion wurde. Was die sowjetischen Bolschewiken in der Zeitspanne von der Oktober-Revolution bis zu Hitlers Angriff vorgemacht hatten, wiederholten nun die Kommunisten Titos, die Musterschüler Stalins. Schulen und Universitäten wurden marxistisch indoktriniert, es gab keine Presse- und Meinungsfreiheit. Das Privateigentum auch kleiner Betriebe wurde abgeschafft, die Landwirtschaft kollektiviert, nichtkommunistische Organisationen wurden verboten, religiöse Gemeinschaften, insbesondere die katholische Kirche, grausam verfolgt; etwa 600 Priester und Ordensbrüder- und -Schwestern wurden während des Krieges und danach umgebracht. Auf den perfiden Versuch des jugoslawischen Diktators, die katholische Kirche zu neutralisieren mit dem Ziel der Trennung von Rom, gingen die kroatischen Katholiken natürlich nicht ein. Daraufhin wurde der Zagreber Erzbischof Alojzije Stepinac verhaftet und in einem Schauprozess zu 16 Jahre Kerker verurteilt. Danach verlieh ihm der Vatikan die Kardinalswürde. Stepinac starb im Hausarrest in seinem Heimatdorf Krašić und wurde im Zagreber Dom beigesetzt. Inzwischen ist er seliggesprochen worden.

Der Streit zwischen Stalin und Tito

Nur drei Jahre nach Kriegsende wollte Stalin Tito absetzen, weil er außenpolitische Ambitionen entwickelte, was Stalin nicht behagte. Tito wollte eine große ‘Balkanföderation’ gründen, bestehend aus den jugoslawischen Teilrepubliken sowie Bulgarien und Albanien. Es kam zum Bruch zwischen Moskau und Belgrad. Fast ein Jahr lang versuchte Tito Genosse Stalin davon zu überzeugen, dass er ein treuer Kommunist sei, aber es gelang ihm nicht. Alle sowjetischen Versuche, Jugoslawien zu destabilisieren, scheiterten, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Westen in die Bresche sprang und Titos Land wirtschaftlich, militärisch und politisch wirksam unterstützte. Jugoslawien wurde sogar Mitglied eines ‘Balkan-Pakts’ mit den NATO-Staaten Griechenland und Türkei. 

20.07.2018.

Hrvati na Novom Zelandu (foto: hrvatiizvanrh.hr)

NA NOVOM ZELANDU IMA VIŠE PODGORANA Nego u njihovom selu pod Biokovom

16.10.2018.

Bijeda podgorskog iseljavanja kao primjer za stoljetno hrvatsko emigriranje. Više>

VRIJEDNA KNJIGA O djelovanju Ozne, Udbe i milicije koja dokazuje da je KPJ bila teroristička organizcija

15.10.2018.

Nasilje Ozne, Udbe i milicije u izrazito hrvatskim krajevima Dalmacije. Više>

Izdanje br. 39

CroExpress u PDF izdanju!

Izdanje: 09.04.2014.

Preuzmi



FOTO: Promatranje ptica u Ninu

FOTO: Festival ‘Lošinjskim jedrima oko svijeta’

FOTO: Gospa velikog hrvatskog krsnog zavjeta u HKM Stuttgart

FOTO: Predsjednica u SAD-u

FOTO: Adventure Racing Croatia 2018

FOTO: Romantična večer u Ninu

FOTO: Saljska fešta

FOTO: Doček Vatrenih

FOTO: 16. Ninska šokolijada

FOTO: Misa na otvorenom